12 Ergebnisse für tag: Punk-Rock

Serum 114

Bandjahre sind ja so etwas wie Hundejahre. Also feiern die 2006 gegründeten Serum 114 in diesem Jahr eigentlich schon ihren 70. Geburtstag. Oder so ähnlich. Was nicht heißt, dass die vier Jungs aus Hessen mittlerweile altersmüde geworden sind. Im Gegenteil: Mit ihrem fünften Studioalbum Die Nacht mein Freund präsentieren sich Serum 114 lebendiger als je zuvor. Navi aus, Karte wegschmeißen. Es war der typische Serum 114-Weg, den die vier Jungs in den vergangenen Jahren eingeschlagen haben: Kopfüber ins Nichts stürzen, ein eigenes Label gründen und darauf die neue Platte herausbringen. Doch ausnahmsweise landeten die Punkrocker damit mal nicht auf der Nase, sondern 2014 in den Top-Ten der Deutschen Albumcharts und 2015 auf Rang 3 der Deutschen Musik-DVD- Charts. 2016 geht es jetzt mit neuem Album ins Jubiläumsjahr. Rasend durch die Nacht, blinzelnd durch den Tag. Mit Masterplan für den neuerlichen Ausflug in die Charts im Rucksack? Was für eine dämliche Frage!Selbstverständlich dirigiert auch noch nach einer Dekade der gute alte Großvater Punkrock mit rasendem Taktstock die Kapelle. Daran lässt schon der Titeltrack Die Nacht mein Freund nicht die leisesten Zweifel. Hooklines bohren sich wie spitze Holzpflöcke direkt ins Ohr. Gitarrenwände schützen vor grellen Sonnenstrahlen. Ein gepflegter Pogo mit Graf Dracula. Cheers Kollege. Du Blut, wir Bier. Und ab dafür! Serum 114 packen die Hörer vom ersten Takt und nehmen ihn mit auf einen wilden Ritt durch die Nacht, in den Tag.Erster Stopp: Der Punkrockschuppen um die Ecke, in dem das Metronom bei Nummern wie Schlaflos und Jaja Mimikry regelmäßig Schnappatmung bekommt. Danach geht’s zur Entspannung erst mal in die gemütliche Kneipe gegenüber. Doch auch wenn Serum 114 im gemütlicheren Tempo von der Wilden Zeit erzählen, möchte man nicht im Schaukelstuhl einschlafen, sondern mit den Jungs sofort einen Whiskey trinken. Nur, um dann nochmal ordentlich um die Häuser zu ziehen (Lasst mich gehen / Betäubt von Dir). Wer dabei nicht erwünscht ist, machen die Punkrocker unmissverständlich klar: Für Nazis ist im Tourbus von Serum 114 niemals Platz (Willkommen in Deutschland), und Nationalismus ist und bleibt der falsche Weg (Ich sehe rot)!Serum 114 sind längst erwachsen geworden und haben zu viel erlebt, um darüber zu schweigen (Wer sind diese Punks). Über wie viele Hürden die Band dabei gesprungen oder gefallen ist, lässt sich nicht mehr zählen (Mein Leben, Meine Wahl). Aber das macht nichts. Denn mit Ich lebe setzen sie allen ein unumstößliches Denkmal, die ihren Weg genauso konsequent wie die vier Jungs aus Hessen gehen. In all den Jahren haben sich Serum 114 das Wichtigste bewahrt:Nennt es Unangepasstheit, bezeichnet es als Rebellion oder ist das etwa doch noch Punkrock? Völlig egal: es ist vor allem authentisch. Und deswegen bleibt sich die Bande selbst dann treu, wenn sie zum Tango mal einen Gang auf’s Tanzparkett wagt, nur um dann doch wieder mit der Gitarre in der Hand vor der Tür zu landen (Rosenkrieg). Die Anleitung zum Erfolg liegt zerrissen in der Ecke. Serum 114 ziehen mit Die Nacht mein Freund lieber weiter auf eigene Faust durch die Clubs der Republik, genauso wild entschlossen wie noch vor zehn Jahren. Happy Birthday! Mehr lesen...

Paul Weller

NACHHOLTERMIN: 15.04.2021Einer "der größten britischen Songwriter der letzten 30 Jahre" (BBC) wird Deutschland im Mai 2020 für vier Konzerte in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt beehren und eine Kollektion aus seinem schier unerschöpflichen Fundus an grandiosen Songs präsentieren. Doch es sind nicht nur die Songs, die Paul Weller "neben David Bowie zu der weit verzweigtesten, langanhaltendsten und stets nach vorne blickenden Karriere" (The Daily Telegraph) verhalf. Es ist auch seine Meinungsstärke, seine klare politische Positionierung sowie seine Neugier darauf, immer wieder neue musikalische Felder zu erschließen. Ob mit seiner New Wave-/Mod-Band The Jam, mit der er zwischen 1976 und 1982 ein kraftvolles, musikalisch anspruchsvolles Gegengewicht zum parallel aufkeimenden Punkrock anbot; ob mit The Style Council, mit denen er die restlichen 80er-Jahre über die wohl wertvollste Version eines 80er-Edelpop manifestierte; oder ob als Solokünstler, als der er in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht weniger als 19 Alben in den britischen Top Ten platzieren konnte, von denen es ganze 12 sogar unter die Top 3 schafften: Stets ging es Paul Weller nicht in erster Instanz darum, Hits abzuliefern, sondern sich und sein Songwriting immer wieder neu zu entdecken. Dass er dabei mehrfach neue Trends und Strömungen initiierte – etwa auch, als er 1996 mit dem Album "Heavy Soul" eine Rückkehr zu rohen, direkten Aufnahmen ohne Overdubs und technische Tricks einläutete, ein Trend, der beispielsweise den Weg für das Garagerock-Revival Ende der 90er anbahnte und letztlich bis heute anhält –, muss man dabei als wunderbaren Nebeneffekt beschreiben. Mehr lesen...

JAWBREAKER

JAWBREAKER seit 1992 erstmals wieder in DeutschlandSie gelten als Gründer des Emocore und zählen zu den einflussreichsten Punkbands der 90er - JAWBREAKER kündigen, nach knapp 27 Jahren, für Mai 2019 wieder Konzerte in Deutschland an.Ihre Geschichte begann 1986 in New York, als sich Blake Schwarzenbach, Adam Pfahler und Chris Bauermeister während ihres Studiums zusammenschlossen, um zusammen zu proben. Zwei Jahre und ein Demo- Tape später waren JAWBREAKER geboren. Seit ihrem Debüt-Album "Unfun" von 1990 schafften sie es stetig ihre Bekanntheit zu steigern und Kritiker von Platte zu Platte weiter zu begeistern. Auch innerhalb der Szene genießen sie ein hohes Ansehen: So teilten sich JAWBREAKER bereits mit Bands wie Green Day, Rancid und Samiam die Bühne und begleiteten Nirvana als Support auf Tour. Nach ihrem vierten und vorerst letzten Album "Dear You" trennten sich JAWBREAKER 1996.Nach 21 Jahren Trennung, gaben JAWBREAKER, sehr zur Freude der Fans und der Szene, 2017 ihr Comeback bekannt. Dieses Jahr kommen die US-Punkrocker auch endlich wieder nach Europa und spielen am 01. Mai 2019 in Hamburg. Mehr lesen...

PASCOW

Im Januar erscheint mit "Jade" das sechste Album von Pascow. Mit dieser Platte verabschiedet sich die Band von Codierung und kryptischer Scheiße. Keine Pascow-Platte zuvor war inhaltlich so greifbar und fokussiert. Hier verlässt die Band ein Genre, das sie in den vergangenen Jahren selbst mitgeprägt hatte. Das Album wurde in drei Wochen Studiozeit und erneut in Zusammenarbeit mit Kurt Ebelhäuser aufgenommen. Immer auf der Suche nach dem neuen Ton haben es sich die vier Pascows nicht leicht gemacht. Als erstes Warnsignal veröffentlicht die Band aus Gimbweiler, dem Niemandsland of no return, dieser Tage die Vorab-Single "Silberblick & Scherenhände" und setzt damit immerhin die Tradition vielsagender und interessanter Song- und Albumtitel wie "Richard Nixon Discopistole", "Schief gescheitelt, schlecht rasiert", "Nächster Halt gefliester Boden" und natürlich "Merkel-Jugend" fort. Auf "Jade" setzen Pascow die Entwicklung fort, die sich auf den letzten Platten schon angedeutet hat. Der Sound ist immer noch dreckig und rotzig, Punk ist die Wegmarke. Aber die verklausulierten Texte weichen immer mehr der klaren Kante, die Experimente nehmen zu, die Wände werden breiter und höher. Natürlich gibt es zum neuen Album auch eine passende Tour durch die Schepper-Kaschemmen der Republik. Am 27. April 2019 machen Pascow dann auch in Hamburg halt und überzeugen im Docks das werte Publikum, dass alles doch etwas komplizierter ist als gedacht. Mehr lesen...

Millencolin

Super Neuigkeiten, 2019 wird ein Millencolin-Jahr: Mitte Februar erscheint das neue Album "SOS" und auf Tour kommt die Band endlich auch wieder. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert gehören die Schweden zur festen Definition von Skatepunk. Der Punksound von Sänger und Bassist Nikola Sarcevic, den Gitarristen Erik Ohlsson und Mathias Färm sowie Schlagzeuger Fredrik Larzon, hat Generationen nach ihnen beeinflusst. Und das Größte daran: Je länger das Quartett zusammenspielt, desto tighter wird es. Das beweisen die Vier nicht nur auf ihren energiegeladenen Auftritten, deren Anzahl um die Marke von 2000 rotieren dürfte - auch ihre Aufnahmen werden umso besser, je cooler und abgehangener die Jungs werden. Man höre sich zum Nachweis nur einmal die neue Single, das Titelstück des kommenden und neunten Studioalbums an. Da ist immer noch der gleiche Wumms dahinter. Der an Bad Religion geschulte Punkrock – nicht umsonst stehen Millencolin seit Langem bei Brett Gurewitz’ Epitaph Records unter Vertrag – ist reine Energie in selten mehr als zweieinhalb Minuten, melodischer Gesang und das Gitarre-Bass-Schlagzeug-Brett, das den Melodycore der Jungs so charakteristisch macht. Millencolin kommen auf der Bühne sofort zur Sache, rauschen mit Verve durch ihr riesiges Repertoire. Aber die Band ist über die Jahre abgeklärter geworden und setzt ihre Mittel viel effizienter ein als noch am Anfang der Karriere, als noch in alle Richtungen gleichzeitig gefeuert wurde. Ist das Altersweisheit, Konzentration aufs Wesentliche oder werden die Ressourcen nur gezielter eingesetzt? Völlig egal, das Erfolgsrezept ist ganz einfach und über die Jahre gleich geblieben: "In der Band arbeiten wir respekt- und verständnisvoll zusammen und teilen unsere Leidenschaft für Rockmusik", fasst Sarcevic zusammen, "wir haben einfach den besten Job der Welt." Im Frühjahr sind Millencolin mit ihren neuen Songs dann auch endlich wieder in Deutschland unterwegs. Mehr lesen...