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Paul Weller

Einer "der größten britischen Songwriter der letzten 30 Jahre" (BBC) wird Deutschland im Mai 2020 für vier Konzerte in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt beehren und eine Kollektion aus seinem schier unerschöpflichen Fundus an grandiosen Songs präsentieren. Doch es sind nicht nur die Songs, die Paul Weller "neben David Bowie zu der weit verzweigtesten, langanhaltendsten und stets nach vorne blickenden Karriere" (The Daily Telegraph) verhalf. Es ist auch seine Meinungsstärke, seine klare politische Positionierung sowie seine Neugier darauf, immer wieder neue musikalische Felder zu erschließen. Ob mit seiner New Wave-/Mod-Band The Jam, mit der er zwischen 1976 und 1982 ein kraftvolles, musikalisch anspruchsvolles Gegengewicht zum parallel aufkeimenden Punkrock anbot; ob mit The Style Council, mit denen er die restlichen 80er-Jahre über die wohl wertvollste Version eines 80er-Edelpop manifestierte; oder ob als Solokünstler, als der er in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht weniger als 19 Alben in den britischen Top Ten platzieren konnte, von denen es ganze 12 sogar unter die Top 3 schafften: Stets ging es Paul Weller nicht in erster Instanz darum, Hits abzuliefern, sondern sich und sein Songwriting immer wieder neu zu entdecken. Dass er dabei mehrfach neue Trends und Strömungen initiierte – etwa auch, als er 1996 mit dem Album "Heavy Soul" eine Rückkehr zu rohen, direkten Aufnahmen ohne Overdubs und technische Tricks einläutete, ein Trend, der beispielsweise den Weg für das Garagerock-Revival Ende der 90er anbahnte und letztlich bis heute anhält –, muss man dabei als wunderbaren Nebeneffekt beschreiben. Der 1958 in Surrey geborene Sohn eines Taxifahrers und einer Putzfrau wusste schon früh, dass Musik für ihn zum Lebensinhalt werden wird, ja muss. Bereits mit 14 Jahren gründete er die erste Inkarnation seiner Band The Jam, die ein atemberaubend intensives Revival der Mod-Kultur einläutete, die seinerzeit durch The Whos "Quadrophenia" seinen Anfang genommen hatte. The Jam gerieten zum musikalisch anspruchsvolleren, stilistisch breiter aufgestellten Gegengewicht zu den wütenden neuen Punkbands wie The Sex Pistols oder The Damned. Das druckvolle Trio galt schnell als perfekte Mischung aus Eruption und großem Songwriting, britischer Kultur und kosmopolitischer Offenheit, Wut und Eleganz. Gerade die Eleganz nahm Weller nach der Trennung von The Jam mit in seine nächste Band, The Style Council. Bis heute gilt die Formation rund um Weller und den Pianisten Mick Talbot als die geschmackvollste, edelste, sowohl anspruchsvollste als auch hitverdächtigste Version, die die britische Popmusik zu bieten hat. Überdies waren The Style Council mit dafür verantwortlich, dass sich Popmusik immer mehr auch anderen Stilistiken wie Funk, Soul, Jazz und vereinzelt sogar der elektronischen Musik annäherte. Gerade aufgrund dieser elektronischen Einflüsse brachen The Style Council letztlich auseinander, nachdem sich ihr Plattenlabel weigerte, das stark von der Housemusic beeinflusste, fünfte Album "Modernism: A New Decade" zu veröffentlichen. Paul Weller und seine über die Jahre zum offenen Kollektiv gewachsene Formation waren damit der Zeit einfach zwei Jahrzehnte voraus und die Musikindustrie zu konservativ, um diese Platte zu verstehen. Seither verzaubert Paul Weller als Solokünstler mit einem Album nach dem nächsten, und dies im Schnitt fast im Jahresrhythmus. Nicht alle sind dabei neue Studioalben – es gibt unter seinen Veröffentlichungen spannende Live- und Cover-Alben, Film-Soundtracks und Retrospektiven mit neu eingespielten Versionen alter Jam- und Style Council-Klassiker. Dass er daneben zu einem der mitreißendsten Livemusiker Großbritanniens zählt, der bereits 2006 den BRIT Award für seine "Outstanding Contribution to British Music" - und damit die höchste Ehrung der englischen Musikbranche – verliehen bekam, beweist der unermüdliche Mann und herausragende Impresario an der E-Gitarre immer wieder aufs Neue. Man kann wirklich versprechen: Ein Konzert von und mit Paul Weller ist eines dieser Live-Ereignisse, das man niemals vergisst. Mehr lesen...

Völkerball

Völkerball heißt die Band – A Tribute to Rammstein lautet der Untertitel. Wie groß dieser Untertitel geschrieben wird, steht schon fest, bevor Völkerball den ersten Ton gespielt hat. Der Vorhang fällt und gibt endlich den Blick auf das vollendete Bühnenbild und eine überwältigende Kulisse frei. Hier wird sich in den nächsten beiden Stunden eine für Auge und Ohr kaum fassbare Inszenierung abspielen, in der durch ausgefeilte Lichtshow und haargenau platzierte Pyroeffekte brillante visuelle Akzente gesetzt sind.Bricht dann erst der brachiale Rammstein-Sound unerbittlich hart auf den Konzertbesucher nieder, wie der Hammer auf den Amboss und erklingt erst einmal die sonore – eigentlich ja unverwechselbare – Rammstein-Stimme aus der Kehle des Völkerball- Frontmanns René Anlauff, so ist die Illusion perfekt. Völkerball spannt einen musikalischen Bogen durch die komplette Rammstein- Discografie und lockt damit nicht nur echte Rammstein Fans aus der Reserve.Mithilfe von mühevoll nachgebildeten Requisiten, Outfits und Maske verstehen es die sechs Völkerball-Musiker dabei so perfekt in die Rollen ihrer jeweiligen "Vorbilder" zu schlüpfen, dass sich selbst gestandene Rammstein Fans ungläubig die Augen reiben.Mit scheinbar abwesenden, toten Blicken und den typischen, kantigen und entschlossenen Bewegungen und Gesten verkörpert Völkerball gekonnt die fremde und kühle Ausstrahlung, die Rammstein so unnahbar erscheinen lässt.Die Band scheint in eine andere Welt versetzt, eingehüllt in eine urgewaltige Atmosphäre, die sich in den gnadenlosen Texten der Rammstein-Songs wiederfindet. Mitten ins Herz treffen sie das Völkerball Publikum - irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn, Faszination und Ekel oder Lust und Schmerz, genau wie die Musik von Rammstein, die sich hart und prägnant präsentiert, roh und einfühlsam, von Grund auf kalt und doch emotional.99% Rammstein – 100 % Völkerball! Mehr lesen...

Serum 114

Bandjahre sind ja so etwas wie Hundejahre. Also feiern die 2006 gegründeten Serum 114 in diesem Jahr eigentlich schon ihren 70. Geburtstag. Oder so ähnlich. Was nicht heißt, dass die vier Jungs aus Hessen mittlerweile altersmüde geworden sind. Im Gegenteil: Mit ihrem fünften Studioalbum Die Nacht mein Freund präsentieren sich Serum 114 lebendiger als je zuvor. Navi aus, Karte wegschmeißen. Es war der typische Serum 114-Weg, den die vier Jungs in den vergangenen Jahren eingeschlagen haben: Kopfüber ins Nichts stürzen, ein eigenes Label gründen und darauf die neue Platte herausbringen. Doch ausnahmsweise landeten die Punkrocker damit mal nicht auf der Nase, sondern 2014 in den Top-Ten der Deutschen Albumcharts und 2015 auf Rang 3 der Deutschen Musik-DVD- Charts. 2016 geht es jetzt mit neuem Album ins Jubiläumsjahr. Rasend durch die Nacht, blinzelnd durch den Tag. Mit Masterplan für den neuerlichen Ausflug in die Charts im Rucksack? Was für eine dämliche Frage!Selbstverständlich dirigiert auch noch nach einer Dekade der gute alte Großvater Punkrock mit rasendem Taktstock die Kapelle. Daran lässt schon der Titeltrack Die Nacht mein Freund nicht die leisesten Zweifel. Hooklines bohren sich wie spitze Holzpflöcke direkt ins Ohr. Gitarrenwände schützen vor grellen Sonnenstrahlen. Ein gepflegter Pogo mit Graf Dracula. Cheers Kollege. Du Blut, wir Bier. Und ab dafür! Serum 114 packen die Hörer vom ersten Takt und nehmen ihn mit auf einen wilden Ritt durch die Nacht, in den Tag.Erster Stopp: Der Punkrockschuppen um die Ecke, in dem das Metronom bei Nummern wie Schlaflos und Jaja Mimikry regelmäßig Schnappatmung bekommt. Danach geht’s zur Entspannung erst mal in die gemütliche Kneipe gegenüber. Doch auch wenn Serum 114 im gemütlicheren Tempo von der Wilden Zeit erzählen, möchte man nicht im Schaukelstuhl einschlafen, sondern mit den Jungs sofort einen Whiskey trinken. Nur, um dann nochmal ordentlich um die Häuser zu ziehen (Lasst mich gehen / Betäubt von Dir). Wer dabei nicht erwünscht ist, machen die Punkrocker unmissverständlich klar: Für Nazis ist im Tourbus von Serum 114 niemals Platz (Willkommen in Deutschland), und Nationalismus ist und bleibt der falsche Weg (Ich sehe rot)!Serum 114 sind längst erwachsen geworden und haben zu viel erlebt, um darüber zu schweigen (Wer sind diese Punks). Über wie viele Hürden die Band dabei gesprungen oder gefallen ist, lässt sich nicht mehr zählen (Mein Leben, Meine Wahl). Aber das macht nichts. Denn mit Ich lebe setzen sie allen ein unumstößliches Denkmal, die ihren Weg genauso konsequent wie die vier Jungs aus Hessen gehen. In all den Jahren haben sich Serum 114 das Wichtigste bewahrt:Nennt es Unangepasstheit, bezeichnet es als Rebellion oder ist das etwa doch noch Punkrock? Völlig egal: es ist vor allem authentisch. Und deswegen bleibt sich die Bande selbst dann treu, wenn sie zum Tango mal einen Gang auf’s Tanzparkett wagt, nur um dann doch wieder mit der Gitarre in der Hand vor der Tür zu landen (Rosenkrieg). Die Anleitung zum Erfolg liegt zerrissen in der Ecke. Serum 114 ziehen mit Die Nacht mein Freund lieber weiter auf eigene Faust durch die Clubs der Republik, genauso wild entschlossen wie noch vor zehn Jahren. Happy Birthday! Mehr lesen...

In Extremo

Vom Akustik-Trio zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Von einer Idee, harter Arbeit, unbeirrtem Glauben zu mehreren Top-10- und drei Nr.-1-Alben. Zu ausverkauften Tourneen, bebenden Burgen und treuesten Fans auf der ganzen Welt. Vom neuesten Album "Kompass zur Sonne" zu einem aufregenden Meilenstein: 25 Jahre In Extremo!Seit einem sagenhaften Vierteljahrhundert fasziniert die Band nun mit ihrer mitreißenden Energie, die – in Vollendung! – aus dieser ureigenen Mischung entsteht: Zwischen historischen Einflüssen und dem gewaltigen Sound ihrer Metal-Gitarren, zwischen mittelalterlichen Instrumenten, folkloristisch-archaischen wie auch modernen Rhythmen, Mitsing-Hymnen in deutscher und mundartlicher Sprache, zwischen reinstem Vollgas und Gänsehaut-Melodien entsteht so viel mehr als Musik. Es ist eine Atmosphäre, ein Gefühl, eine Verbindung, die sie so einzigartig wie erfolgreich macht.Gegründet 1995 von Sänger Michael Robert Rhein, der als begeisterter Besucher von MittelalterVeranstaltungen die Idee hatte, Mitstreiter für ein akustisches Ensemble zu suchen. Die fand er und gemeinsam erweckten sie mit Mittelalter-Coverversionen auf historischen Instrumenten die Musik aus dieser Zeit zum Leben. Erste Aufnahmen folgten schon 1996 in Form von "In Extremo", einer ersten Musikkassette für den Eigenvertrieb. Neben diesem Projekt gab es zudem eine Rockband, und der Versuch, die beiden zu kombinieren, gefiel Musikern und Publikum gleichermaßen. So kam nach und nach zusammen, was offensichtlich zusammengehörte, und zunächst auf zwei Stücken des folgenden, heute als "Die Goldene" (1997) bezeichneten Albums zu hören war. Die beiden Formationen rückten immer näher zusammen und schon im April 1998 gab es das erste Konzert in kompletter In Extremo-Besetzung. Zwar erschien parallel dazu das eher akustisch gehaltene "Hameln" (1998), doch machte diese rastlose und vielfältige Kreativität bald Indie-Labels auf die Band aufmerksam. Noch im gleichen Jahr wurden das Rock-Album "Weckt die Toten" und das Live-Album "Die Verrückten sind in der Stadt" mit dem Mittelalter-Programm veröffentlicht. Mehr lesen...

Lotte

Nach zwei restlos ausverkauften Headliner-Touren meldet sich LOTTE dieses Jahr mit ihrem zweiten Album zurück und geht im Februar 2020 auf Tour. Vor zwei Jahren begeisterte die 23-jährige Sängerin und Songschreiberin mit ihrer Hitsingle "Pauken" aus ihrem Albumdebüt Kritiker und Fans gleichermaßen. LOTTE hat sich in der Zwischenzeit verändert. Nicht nur äußerlich, auch ihr Mindset ist heute ein anderes. "Ein Stückchen weg von der verkopften Liedermacher-Melancholie", wie sie es nennt, hin zu einer optimistischeren, dem Leben zugewandten Denkweise. 2019 klingt die Ravensburgerin frischer, moderner, auf eine andere Weise lebendig. Organische Instrumente werden von elektronischen Sounds begleitet, die Akustikgitarre sanft von tanzbaren Beats an die Hand genommen. Die Lieder aus ihrem im Herbst erwartete Album "GLÜCK" wird die Sängerin 2020 auf ausgedehnter Tour durch Deutschland, Österreich und in der Schweiz live präsentieren. Mehr lesen...