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Bonobo

34.00 €

Details

Datum:
Mi 15.02.17
Status
ausverkauft
Einlass
19:00 Uhr
Beginn
20:00 Uhr
Preis Vorverkauf
34.00 € inkl. VVK Geb.
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Einlass
19:00
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VVKpreis
34.00

Veranstaltungsort

Docks
Spielbudenplatz 19
Hamburg,Hamburg20359Deutschland
+ Google Karte

httpv://www.youtube.com/watch?v=user/BonoboVids

Simon Green, alias Bonobo, kehrt mit seinem sechsten Album „Migration“ zurück – ein meisterliches, gebieterisches Werk mit dem er sich ein für alle Mal an der Spitze der elektronischen Musik positioniert. In abwechselnden Zügen opulent, manisch, wunderschön, melancholisch, freudig, voller Emotion und technischer Fertigkeit, ist dies womöglich sein bislang ehrgeizigster Versuch, die grundlegende Beschaffenheit menschlicher Existenz und deren ausgedehnte Dynamik zu erfassen. In den Worten Greens: „Das Leben hat seine Höhen und Tiefen, laute und leise Momente, schöne und hässliche. Musik ist ein Abbild des Lebens.“

Dieses Thema birgt sowohl soziologische als auch persönliche Aspekte. Im vergangenen Jahr verstarb ein enges Familienmitglied. „Meine Familie und ich leben an den entlegensten Ecken dieser Erde“, erklärt Green. „Schlussendlich fand die Bestattung in Brighton statt. Dieses Album baut auf meinem persönlichen Verständnis von Identität und Migration – wo ich herkomme, was für mich Zuhause ist. Ist Heimat dort, wo man gerade ist oder dort, wo man herkommt, wenn man unterwegs ist?“

Es ist durchaus naheliegend, Greens gefühlsgeladene Ästhetik mit seiner geographischen Entfremdung in Bezug zu setzen. Er wuchs im ländlichen Hampshire auf, wo sein Vater stark in der britischen FolkSzene involviert war. „In unserem Haus fanden endlose Folk-Jams statt. Ständig waren in unserer Garage übers Wochenende irgendwelche Banjospieler oder Geiger untergebracht.“ Was nicht unbedingt nach seinem Geschmack war. „Ich war damals ein versiffter, kleiner Skater mit einer Vorliebe für AltRock, Hardcore und Hiphop.“ Zweifellos hinterließ diese Zeit bei Green jedoch ihre musikalischen Spuren. Er begann Gitarre und Klavier zu spielen sowie mit einem 4-Spur-Kassettenrekorder und Effekt-Pedalen zu experimentieren und so, in jungen Jahren, erste Klangwelten zu kreieren. Diese frühen Erfahrungen festigten sich mit einem Umzug nach Brighton. Hier, in dieser musikalisch fruchtbaren, kleinen Stadt, konnte er als DJ/Produzent seine Fertigkeiten an der Drum Machine weiter ausbauen und – mit Tru Thoughts’ Rob Luis als frühen Mentor – erste, regelmäßige All-Nighter im Phonic:hoop zum Besten geben.

Sein Debüt-Album – das 2000er „Animal Magic“ – erschien erstmals über Tru Thoughts und wurde später von Ninja Tune aufgegriffen. Der Longplayer verortete ihn als ernstzunehmendes Talent, als jemanden, der elektronischer Musik in aller Freiheit und als wahrer Musiker begegnete. Auf seinen nachfolgenden Ninja Tune-Alben „Dial M for Monkey“ und „Days to Come“ verfeinerte er diesen musikalischen Ansatz und gewann im Zuge dessen weltweit neue Fans. Seine Live-Shows entwickelten sich indes zu mitreißenden Neubearbeitungen jener Produktionen.

Doch auch als DJ verdiente sich Green weiterhin seine Sporen und reicherte sein Live-Arsenal an. Dies kam umso mehr auf seinem 2010er Release „Black Sands“ zur Geltung, das er 2012 – in Form einiger Uptempo-Re-Edits daraus – im Rahmen einer bahnbrechenden Boiler Room-Performance zuerst dem Londoner Publikum und anschließend der Welt präsentierte. Es folgte ein Remix-Album mit Arbeiten von Fans und Vorbildern zugleich, darunter Künstler wie Machinedrum, Floating Points, Mark Pritchard, Lapalux oder auch Falty DL.

Im selben Jahr zog sich Green dann in sein New Yorker Studio zurück und schrieb sein fünftes Album. „The North Borders“ war ein weiterer, großer Schritt vorwärts, sowohl als natürliche Evolution als auch im Sinne einer Weiterführung der elektronischen Palette seines Vorgängers („Black Sands“) – ein thematisch und technisch kohärentes Werk, perfekt geformt und süchtig machend, kurz, ein eindrucksvolles Statement: Mit ebenso hochkarätigen Vocal-Features von Erykah Badu, Grey Reverend (Cinematic Orchestra) oder Cornelia (Portico Quartet) erwies sich „The North Borders“ als weiteres, äußerst ausgewogenes Klangwerk, das auch den wunderschön reichhaltigen Produktionen ausreichend Raum zur Entfaltung ließ. Bonobo bewies schon früh das richtige Gespür für neue Talente (Andreya Triana, Bajka) und wurde jenem Ruf auf „The North Borders“ erneut gerecht. So setzte Green die verblüffenden Vocals seiner neuen Kollaborateurin Szjerdene über das gesamte Album hinweg immer wieder überragend in Szene und hatte einmal mehr die perfekte Stimme entdeckt, um seiner Kunst Gestalt zu verleihen. Außerdem gelang es ihm noch einen DJ-Mix zur angesehen Late Night Tales-Serie beizusteuern sowie einen Essential Mix auf BBC Radio 1 abzuliefern.

„The North Borders“ erreichte im UK die Top 30 und katapultierte sich auf Platz #1 der elektronischen Charts, sowohl in den USA als auch im UK. Im Zuge dessen spielte sein 12-köpfiges Kollektiv (innerhalb von 18 Monaten) über 175 Konzerte auf vier Kontinenten und in 30 Ländern, vor insgesamt knapp zwei Millionen Menschen. Songkick zählte ihn in dem Jahr folglich zu den meist gereisten Künstlern des Planeten. Die Tour umfasste zwei ausverkaufte Shows im Sydney Opera House, ein ganztägiges Festival im Londoner Roundhouse, eine ausverkaufte Abschluss-Show im Londoner Alexandra Palace sowie einige renommierte Festival-Slots. Nach nunmehr fünf Alben auf dem legendären Label Ninja Tune, unzähligen Touren, Singles, Remixen und Produktionen für andere Künstler, verfügt Bonobo über eine umfangreiche, loyale und engagierte Fanbase, rund um den Globus: Mehr als eine halbe Millionen verkaufte Alben und über 150 Millionen Spotify-Streams sprechen Bände über die Erfolge, die sich dieser ruhige und bescheidene Mann erarbeitet hat. Erst kürzlich kuratierte Bonobo seine international erfolgreiche Outlier-Eventreihe mit Parties in Berlin, Madrid, Paris und New York sowie einem ausverkauften, ganztägigen Festival im Londoner Tobacco Dock.

In Folge seiner epischen „North Borders“-Tour, zog es Bonobo weiter in Richtung Westen, diesmal nach Los Angeles. Fast drei Jahre war er unentwegt und ohne ein festes Zuhause auf Reisen gewesen. Als er nach New York zurückkehrte, kam ihm die Stadt „lärmig und stressig“ vor. Also entschloss er sich kurzerhand, an die entgegengesetzte Küste zu ziehen. In L.A. entdeckte er für sich das ideale Gegengewicht zum „hypersozialen“ Tour-Leben, in Form eines kollaborativen, nach außen schauenden Umfelds, das ihm als Solo-Künstler bislang noch nicht begegnet war.

Unterstützt wurde dieser Prozess von Menschen, die er in seinem neuen Zuhause antraf. Jon Hopkins etwa, der zur selben Zeit wie Green nach L.A. zog, ist inzwischen zu einem guten Freund und „StudioSparring-Partner“ geworden. Zu den weiteren Besuchern seines Studios zählen Machinedrum, Leon Vynehall (mit dem Bonobo regelmäßig Back-To-Back auflegt), Lapalux und George Fitzgerald. Gleichzeitig schenkt ihm L.A. den nötigen Raum, um sich jederzeit zurückzuziehen. Sein Heimstudio, wo er aufnimmt, mischt und mastert, ist nach wie vor „100 % DIY“. In seinem Wohnzimmer, das mit ausgesprochen guter Akustik überzeugt, zeichnete er sogar das auf „Figures“ zu hörende Streichquartett auf.

Ebenso von der Landschaft Kaliforniens beeinflusst ist das von Neil Krug (auch für seine Arbeiten für Boards of Canada oder Lana Del Rey bekannt) stammende Artwork. Alle abgebildeten Locations „befinden sich ganz in meiner Nähe“, erzählt Green. „Teil des Schreibprozesses war es, diese Orte aufzusuchen und dort mit den Tracks zu leben, während ich sie schrieb. Für mich war das eine ganz neue Welt. Diese Landschaften erschienen mir schon fast außerirdisch, als befände ich mich auf dem Mars.“

All diese Einflüsse – von den monumentalen Live-Auftritten und DJ-Shows bis hin zu dem neuen Zuhause, in einer Stadt voller Menschen von anderswo – machen „Migration“ zu solch einem besonderen Album. Darauf bedient sich Green seines neuentdeckten Interesses an Außenaufnahmen sowie den „euphorischen, spirituellen Momenten“, die er im Rahmen seiner All-Night-Residency im New Yorker Output erlebte. Eben jene DJ-Residencies nutzten Green, um erste Ideen für „Migration“ auszuloten und Feedback einzuholen, das er später im Studio umsetzte. Für Green liegt die Essenz der Menschlichkeit im unstabilen, herzzerreißenden und oftmals von wunderschöner Bewegung durchzogenen Leben. Migration bedeutet für ihn in erster Linie „das Erforschen von Menschen und Räumen“. Dann führt er aus: „Es ist spannend, zu sehen, wie eine Person Einflüsse von einem Teil der Welt an einen anderen Teil der Welt bringen und so wiederum diese neue Welt beeinflussen kann. Mit der Zeit entwickeln diese neuen Orte eine neue Identität.“ Und auch der Mensch verändert sich. Eben diese Veränderung und dieses Wachstum liegen Greens neuestem Werk zugrunde.

Veranstalter: Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH